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5.-9. August 2020
Eschwege, Germany

Open Flair Festival 1996

Georg Friedrich Händel

Music For The Royal Fireworks (1749)

Da sage noch einer, das Open Flair sei nicht vielseitig. Nach der Show von marla Glen geht's im "Timewalk" zurück ins Jahr 1749. Auch damals waren Sommerfestivals angesagt, schon damals war die Krönung eines schönen Festes ein ebenso schönes Feuerwerk.

Am 27.April 1749 kamen mehr als 12.000 Menschen in den Londoner Green Park, um den zweiten Aachener Frieden zu feiern, aber auch, um die schöne Feuerwerksinszenierung seit Jahren zu sehen.

Immerhin sechs Monate hatten die Helfer des Pariser Bühnenbildners Jean-Nicholas Servan an den Aufbauten zum Feuerwerk gearbeitet. Georg Friedrich Händel, der aus Halle stammende Komponistenstar in London, schrieb die Musik zu dieser Zeremonie, die nicht dem Hofe vorbehalten war, sondern zu einem gigantischen Volksfest wurde. Gleichwohl wurde es ein Abend mit Pannen und Folgen. Das Gentleman's Magazine berichtet von Raufereien beim Einlass und einem völlig verkorksten Einsatz der Feuerwerker, die etwas früh und etwas heftig den eigens gezimmerten griechischen Tempel in Schutt und Asche legten.

Von der mitreißenden Musik, die von rund 100 Streichern und Bläsern gespielt wurde, bekamen die Besucher wohl in diesem Getöse recht wenig mit. Erst am 27. Mai desselben Jahres hörte ein kleineres Publikum in einem Konzert Händel Musik zum Feuerwerk so richtig. Seitdem ist dieses Orchester-Werk auf seinem Siegeszug durch die Musikgeschichte.

Die Blechbläser-Solisten der norddeutschen Kammerphilharmonie aus Lübeck interpretieren die Feuerwerksmusik beim Open Flair Festival 1996. Diese Musikerinnen und Musiker gehören zu einem selbstverwalteten Sinfonieorchester, das seit 1990 immer wieder ungewöhnliche Konzerte in Fabriken, Tropfsteinhöhlen oder den großen Konzertsälen Deutschlands gibt und der Klassikszene in Deutschland einen neuen Stempel aufdrückt.

Die solisten dieses Orchesters spielen unter der Leitung von Frank Beermann die Feuerwerksmusik in der Version des britischen "Philip Jones Brass Ensemble" mit Trompeten, Posaunen, Hörnern, Tuba, Euphonium und Pauken.

Das Riesenfeuerwerk wird von den Kasseler Experten der Firma "pyroformance" inszeniert.

Das Team um Frank Rehrmann macht sich seit einigen Jahren in der Region einen Namen durch besonders ausgefallene Feuerwerke.

"The Big Bang"

Das 18. Jahrhundert hält schon am Nachmittag Einzug auf dem Festivalgelände. Der Arbeitskreis Open Flair hat in diesem Jahr eine Theatergruppe ins Leben gerufen, die alte Formen des Wandertheaters und der Commedia 'del Arte wieder aufleben lässt. Die Truppe erzählt mit vielen Anleihen aus der Vergangenheit und der Gegenwart eine nicht ganz ernste Geschichte von der Entstehung der Feuerwerksmusik. "Der große Knall" ist dabei durchaus Programm. Die Stationen dieses Theaters werden über den Nachmittag verteilt sein. Aber keine Angst: Diese Theatertruppe wird nicht zu überhören sein.

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