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8.-12. August 2018
Eschwege, Germany

Open Flair Festival 2009

25. Open Flair Festival
06.08.2009 - 09.08.2009

96 Stunden Party

Erstmals ausverkauft – Flair wächst in seiner Vielfalt 

Alle waren sehr gespannt gewesen, welche Überraschungen das OF-Team bereit halten würde, und folgerichtig konnte das Open Flair in diesem Jahr zum ersten Mal in seiner Geschichte den Ausverkauf vermelden, denn für alle 15.000 Tickets hatten sich Besitzer gefunden. Unter dem Motto „4 Tage, 4 Bühnen“ setzte das Open Flair ein Zeichen zum 25. Jubiläum. Die Party stieg nun schon ab Donnerstag, und zwar auf einem Areal am Ufer des Werratalsees. Dort positionierte sich für vier Tage ein alter Bus, auf dessen Dach namhafte Bands ihr Bestes gaben. Emil Bulls, Itchy Poopzkid und Jennifer Rostock machten am Donnerstag den Anfang – und alle feierten mit. Neben dem Red-Bull-Truck am See gab es noch eine weitere Neuerung: das alte E-Werk, in dem sich seit der Fertigstellung des Umbaus auch das Büro des Arbeitskreises Open Flair e.V. befand, öffnete seine Pforten und lud zum ersten Poetry-Slam auf dem Festival ein, an dem Künstler aus dem gesamten Bundesgebiet teilnahmen. Das Festival wuchs in seiner Vielfältigkeit, auch im Jahr des silbernen Jubiläums immer unter dem Motto „Lieber bunt als grau“.

Am Freitag öffnete dann auch das Hauptgelände auf dem Werdchen seine Pforten. Im Kleinkunstzelt gab es Schmankerl, wie den nach eigener Aussage „gefährlichsten Clown der Welt“ Leo Bassi, der die Zuschauer in seinem Programm nach „Utopia“ entführte. Die Wohnraumhelden pendelten mit ihrem italienischen Minilaster als bewegliche Bühne zwischen Schlosspark und Werdchen hin und her. Dort brachten The Subways das Publikum mit ihrer Hitsingle „Rock’n’Roll Queen“ auf Betriebstemperatur, was anschließend durch In Extremo, mit ihrer grandiosen Pyro-Show, abgerundet wurde. 

Der Samstag konnte mit weiteren Top-Acts punkten: Ein erster Höhepunkt war Clueso, der einen Hauch von „Chicago“ ins beschauliche Eschwege brachte. Selig um Sänger Jan Plewka zeigten, dass nahezu zehn Jahre Pause ihren Live-Qualitäten überhaupt nicht geschadet hatten. Abgeschlossen wurde der Tag auf dem Hauptgelände durch Silbermond, die das Publikum aufforderten: „Verschwende Deine Zeit!“ Nach einem energiegeladenen Gig, bei dem Frontfrau Steffi mit 20 Fans auf der Bühne sang und sich von der Masse zum Bierholen tragen ließ (es kam sogar noch etwas davon auf der HR3-Stage an), war die einhellige Meinung, dass man Zeit kaum besser verbringen könne. 

Am letzten Tag des Flairs warteten noch einige Kracher auf die Festivalbesucher. K.I.Z. warfen Geldscheine in die Menge, bevor sie zu einer „Wall of Love“ aufforderten und Flogging Molly beendeten ihre „Float“-Tour auf dem Werdchen. Im Vorfeld des Festivals hatte es einigen Ärger wegen der Verpflichtung von K.I.Z gegeben. Lehrer einer Eschweger Schulen hatten die ihrer Ansicht nach diskriminierenden Texte der Band moniert, worauf sich die Band während des Festivals der Diskussion stellte. „Übertreibung“ sei ein Stilmittel, so die Argumentation von K.I.Z. Die Monsters of Liedermaching ließen sich im Schlosspark nicht einmal durch einen kompletten Stromausfall davon abbringen, das Publikum dazu zu animieren, vor lauter Begeisterung die Wände des Kleinkunstzeltes abzureißen. Bevor dann Deichkind das 25. Flair mit „Krawall und Remmidemmi“ beendeten, hieß es „Schüttel Deinen Speck“. Peter Fox, der schon vor diesem Gig das Ende seiner Solokarriere verkündet hatte, und Cold Steel begeisterten die Massen mit ihrer ausgefeilten Choreografie und wirbelnden Drumsticks.
Auch auf dem Campingplatz war es während des Festivals rundgegangen. Zumindest berichteten die Supermarkt-Inhaber hinterher von allerlei Kuriosem: „Die Leute reißen uns Hüte, Knicklichter, Sonnenbrillen, Bikinis und Tangas förmlich aus den Händen.“ „Wir verkaufen Planschbecken und Wasserbälle en masse.“ Auf den Andrang war sich natürlich vorbereitet worden. Zwei Lastwagenladungen waren extra für die Festivaltage zum hiesigen Supermarkt geliefert und die Öffnungszeiten verlängert worden.  Die Camper brachten aber natürlich auch viel selbst mit. Mit „Kühlschrank, Leopardenmantel und Nebelmaschine“ fühlte man sich „gut ausgestattet“. Andere hatten 400 Liter Bier dabei, also „alles wie zu Hause“. Da stand der Party wohl wirklich nichts im Weg. Für 85 Euro einschließlich Camping gab es die 96 Stunden lang.
Von Laura Müller und Christine Clever

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