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5.-9. August 2020
Eschwege, Germany

Open Flair Festival 2008

24. Open Flair Festival
08.08.2008 - 10.08.2008

Die Ärzte sind da

Überraschungsband begeistert – Kleinkunst zieht um

Dieses Jahr verbindet man wohl zuallererst mit dem „Überraschungs-Headliner“. Genau so stand es groß auf dem Plakat für das 24. Open Flair vom 8. bis 10. August. Es wurde gemunkelt, Fans warfen ein Auge auf das Festival und am 8. August konnte es letztendlich bekannt gegeben werden: Die selbst ernannte beste Band der Welt, die Ärzte, gaben sich die Ehre. Ein Wunsch der Organisatoren ging in Erfüllung – hatte man doch schon länger versucht, die Band zu buchen. Nachdem Farin Urlaub und Bela B. schon mit ihren Soloprojekten das Festival erlebt hatten und begeistert waren, gab die Band dem Festival Sonderkonditionen: Unter der Bedingung, die Bekanntgabe zurückzuhalten, wurde die Gage minimiert – so wurde der Verkauf für Konzerte der Band in der Nähe nicht beeinträchtigt. Dafür ging der Erlös jeder Eintrittskarte ab 13.000 verkaufte Tickets direkt an die Ärzte. 

Anders hätte das Festivalkomitee eine Band, die beim Hessentag vor 40.000 Zuschauern spielte, finanziell nicht stemmen können. Doch es funktionierte. Nach offizieller Bestätigung der Band gingen auch die letzten Karten über den Ladentisch, und das Open Flair meldete Ausverkauf. Und für die Zuschauer hat es sich gelohnt: Samstagabend erwies sich das Werdchen als rockbar! Ein bisschen für Unmut sorgten die Ärzte dann allerdings doch: Die Sicherheitsvorkehrungen wurden auf ihr Geheiß erhöht und ganz à la „Hast du keinen Nietengürtel, bist du nichts in deinem Viertel“ mussten die Punker den Samstag mit rutschender Hose durchstehen. Ob Bela die Situation besser oder schlechter machte, als er - angespornt durch eines der üblichen Wortgefechte mit Farin - die Hose fallen ließ, sei dahingestellt. Musikalisch wurden die 14.000 Besucher jedenfalls nicht enttäuscht.

Mit dem Aushang am Festivalbüro „Die Ärzte sind da“ und dazugehörigen Uhrzeiten von Freitag bis Sonntag erlaubten sich die Organisatoren einen Spaß, war doch natürlich das DRK gemeint. Die Monsters of Liedermaching lösten die Ärzte auf der Freibühne ab und kommentierten die Aufregung mit „Wir bleiben gleich, aber unsere Vorbands werden immer geiler.“ Aber natürlich hatte das Open Flair auch an den anderen Tagen einiges an Knallern zu bieten: The Hives, Die Fantastischen Vier, Fettes Brot, Culcha Candela, Danko Jones, Blackmail, Irie Révolté, Kettcar, Pantéon Rococó, Anti-Flag, Turbostaat führten die Liste an. Bei Jennifer Rostock kam es sogar schon zu früher Stunde zu unbekleideten Momenten und ebenso früh am Sonntag rissen die Bandcontest-Gewinner Sondaschule die Menge mit sich. Und das wortwörtlich, spornten sie doch zu einer „Umfall-La-Ola“ an. Durch die Auslagerung des Kleinkunstzelts in den Schlosspark konnte auch hier nun bestes Programm zu Bestzeiten angeboten werden, ohne dass die Musik die Performance störte. Neben alten Bekannten wie Matthias Deutschmann, Leo Bassi und Bernd Gieseking gesellten sich auch neue Gesichter dazu: René Marik und der Maulwurf oder Marc-Uwe Kling und das kommunistische Känguru. Die U-Bahn-Kontrollöre traten vor ihrer Auflösung noch einmal auf. 

Das Kinderprogramm konnte nun auch kostenlos im Schlosspark vor dem Kleinkunstzelt angeboten werden. Trotzdem hinterließen die Nachteile, dass man für Kleinkunst nun einen weiteren Weg auf sich nehmen und dafür auch nochmals an der Sicherheitskontrolle anstehen musste, bei manchem einen bitteren Nachgeschmack. Dafür gab es mehr Programm für immer noch wenig Geld: Nur 64 Euro kostete eine Dauerkarte im Vorverkauf. Und noch eine Neuerung, von denen die Festivalbesucher allerdings wenig mitbekamen. Zum ersten Mal wurde das Flair von der neuen Zentrale im restaurierten Eschweger E-Werk aus organisiert. Die Festivalmacher hatten die Räume in unmittelbarer Nähe zum Flair-Gelände im Februar 2008 bezogen.
Von Laura Müller

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