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5.-9. August 2020
Eschwege, Germany

Open Flair Festival 2002

18. Open Flair Festival
31.05.2002 - 02.06.2002

Die Hölle am Himmel

Festival wartet mit spektakulärer Performance auf 

In einem Artikel der Deutschen Presseagentur wurde das Open-Flair-Festival als fester Bestandteil der regionalen Kulturlandschaft bezeichnet, aber auch, dass es schon oft totgesagt wurde. Zur 18. Festival-Auflage kamen 12.000 Besucher an den drei Tagen. 250 Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Festivals sowie Auf- und Abbau. „Wir bewegen uns bei einem Etat von 280.000 Euro für das diesjährige Festival“, erklärt Festival-Macher Alexander Feiertag in der örtlichen Presse. „Unser finanzieller Spagat zeigt sich daran, dass seit 1987 die Zuschüsse von Stadt, Landkreis und dem Land Hessen gleich geblieben sind. Konnten wir früher mit öffentlichen Mitteln in Höhe von 50 Prozent arbeiten, sind die Zuschüsse in diesem Jahr durch gestiegene Kosten und extrem hohe Gagen für Künstler auf knapp 13 Prozent gesunken.“ Nach dem Festival zieht Alexander Feiertag eine positive Bilanz und erklärt, dass man nicht mehr in den roten Zahlen sei, „wahrscheinlich auch wegen des guten Wetters“. 

Statt der Freibühne gab es zum ersten Mal einen Biergarten eines Sponsors inmitten des Baumkreises, der allerdings die Besucher gespaltener Meinung zurückließ. „Zwei Musikbühnen sind ein riesiger Luxus gewesen, und ohne unseren Hauptsponsor Paulaner wäre vieles in diesem Jahr nicht möglich gewesen“, so Feiertag weiter. Bei den Fans kamen der Biergarten und der Verlust der Freibühne nicht besonders gut an. „Die Freibühne hat ihren ganz eigenen Charme, die Auftritte dort waren immer etwas Besonderes weil man eben auch sehr nah dran war“, so die Fans. War das Theater am Samstagabend auf dem Werdchen im Vorjahr noch gestrichen, sorgte das Theater Titanick mit der Vorpremiere ihrer neuen Produktion „Firebirds“ für Staunen. Vier Piloten verwandelten das Festivalgelände und den Himmel darüber mit spektakulären und grotesken Flugobjekten in einen riesigen Schauplatz der Künste. Zwei Monate wurde an den Vehikeln gebastelt. Drahtgestelle, die wie Drachen aus einem Märchen wirkten und immer wieder explodierten, Feuer spuckten und Funken sprühten, waren Teil der Performance. Auch die Fußball-Weltmeisterschaft war Bestandteil des Festivals: Die Spiele wurden auf Leinwand im Zeltcafé übertragen, und auch im Backstage-Bereich wollten die Bands einen Fernseher, um die Spiele live verfolgen zu können. 

Im Kleinkunstzelt war erneut Sissi Perlinger zu Gast, aber auch Eckart von Hirschhausen und „RTL Samstag Nacht“-Star Mirko Nontschew konnten die Besucher begeisterten und das Zelt aus allen Nähten platzen lassen. Die Sportfreunde Stiller und die Emil Bulls waren 2002 zum ersten Mal zu Gast auf dem Open Flair. Sie sollten in den kommenden Jahren zu beliebten Gästen auf der großen Bühne werden. In Extremo und Schandmaul begeisterten mit ihrem Mittelalter-Rock vor allem die Gothic-Fans, während Alphaville und die Leningrad Cowboys vor allem die älteren Besucher ansprachen. Am Festival-Sonntag fand zum zweiten Mal der Local Day mit regionalen Bands aus dem Werra-Meißner-Kreis und den angrenzenden Nachbarregionen statt. Der Eintritt für den Sonntag allein wurde in diesem Jahr anhand der Schuhgrößen berechnet, der Eintrittspreis lag je nach Größe zwischen vier und zehn Euro.
Von Sonja Berg

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