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5.-9. August 2020
Eschwege, Germany

Open Flair Festival 2001

17. Open Flair Festival
25.05.2001 - 27.05.2001

Der Größe nach

Eintritt nach Körperlänge – Festival kämpft mit den Finanzen

Für das Jahr 2000 konnte das Haushaltsloch nur mühsam gestopft werden, die öffentliche Hand legte letztlich noch einmal nach, und der Arbeitskreis nahm einen Kredit auf. Darüber hinaus wurden Schulden im Rahmen eines Vergleichs erlassen. Aus diesem Grund wurde 2001 auf teure Bands aus dem Ausland verzichtet und auf deutsche Namen gesetzt. „Bei ausländischen Bands kämen neben den hohen Gagen auch noch die Reisekosten sowie 30 Prozent Ausländersteuer hinzu“, erklärte Festivalchef Alexander Feiertag in der örtlichen Presse. „Wir haben zudem Bands für ein jüngeres Publikum gebucht.“ Neben Fury in the Slaughterhouse, Thomas D und den Prinzen standen große Newcomer auf den Flair-Bühnen: Die Donots, H-Blockx, Die Schröders, Sub7even und auch der junge Clueso begeisterten das Publikum, damals noch mit deutschem Sprechgesang. Im Bereich der Kleinkunst konnte man Kaya Yanar, Badesalz, Ringsgwandl, Kurt Krömer und Bodo Wartke in Eschwege begrüßen, die das Zirkuszelt zum Überlaufen brachten. 

Die große traditionelle Stadtaktion zum Auftakt am Freitagnachmittag sowie die nächtliche Performance am Samstagabend wurden wegen Geldmangels gestrichen. Am Festival-Sonntag gab es zum ersten Mal einen Regionaltag, bei dem man den Eintritt nach Größe der Besucher, zwischen fünf und 14 D-Mark, berechnete. „Wir wollen damit die Vielfalt unserer Gegend hervorheben, regionalen Bands eine Chance geben und vielen Besuchern die Möglichkeit geben, einen Tag auf dem Festival zu verbringen, die unter normalen Umständen vielleicht nicht zum Festival gekommen wären, so kann man uns besser kennenlernen“, so Alexander Feiertag im Vorfeld. Aber nicht nur regionale Bands durften sich präsentieren, auch die Theater-AG der Eschweger Friedrich-Wilhelm-Schule und zeigte ihre Talkshow „Virus am Mittag“. Die Ben Heegen Highlanders, eine schottische Dudelsackgruppe aus dem Werratal, schmetterte Klänge aus Schottland in traditioneller Kleidung. Der Drachenclub Albatros aus Eschwege bezauberte mit seinen Drachen im Wind nicht nur die kleinen, sondern auch die großen Zuschauer. Auch 2001 engagierte sich wieder der Förderverein und sammelte Geld, damit das Festival stattfinden konnte. 

Wie groß die Liebe zwischen dem Open Flair und den Donots werden würde, konnte damals noch niemand ahnen, auch wenn sie bei ihrem ersten Auftritt Jahr im Baumkreis schon zu früher Stunde begeistern konnten. Ihr Album „Pocketrock“, mit dem sich viel für die Band ändern sollte, war gerade erschienen, mit „Whatever happend to the 80's“ konnten sie das erste Mal in der Szene auf sich aufmerksam machen und stiegen damit erstmals in die Charts ein. Sänger Ingo stachelte die jungen Punkrockfans an, beim späteren Auftritt der Prinzen auf Fragen der Band wie „Wie geht’s euch?“ mit einem lautstarken „Verpisst euch“ zu antworten. Und auch mit den H-Blockx, den Schröders, Clueso und Sub7even, der damaligen Band von Sänger Daniel Wirtz, standen Bands auf den Bühnen, die in den kommenden Jahren noch gern gesehene Gäste in Eschwege werden würden. Mit den Fantastischen Vier war Thomas D bereits Mitte der 90er-Jahre einmal zu Gast in Eschwege, in diesem Jahr stand er allein mit seiner Soloband auf der Bühne und brachte die Songs seines zweites Albums „Lektionen in Demut“ mit nach Eschwege. Fury in the Slaughterhouse, die bereits zum dritten Mal auf dem Flair spielten, zeigten sich von ihrer besten Seite und das Publikum sang noch lange den Refrain von „Won´t forget these days“ weiter, während die Band bereits im Backstage saß.
Von Sonja Berg

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