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5.-9. August 2020
Eschwege, Germany

Open Flair Festival 1999

15. Open Flair Festival
04.06.1999 - 06.06.1999

Flair geht online

Wichtiger Schritt für die Vermarktung – OF bleibt familiär

Die Agenda 21, das Aktionsprogramm der UN-Umweltkonferenz von Rio de Janeiro für den Übergang ins 21. Jahrhundert, war das Thema des letzten Festivals im vergangenen Jahrtausend. Die Konferenz der Vereinten Nationen in 1992 wurde zum Symbol für eine neue Verantwortung aller Länder für eine gemeinsame Welt. Die gleichzeitig 15. Auflage des Open Flairs lockte an drei Tagen jeweils 11.000 Besucher aufs Werdchen. Zuvor machte das Open-Flair-Festival einen wichtigen Schritt in die Zukunft: Zum ersten Mal konnte man sich die neusten Informationen über Künstler und das Festival im Internet besorgen, die Internetseite www.open-flair.de ging online. Das Logo für das 1999er Open Flair wurde erneut über einen Wettbewerb gefunden, an dem sich 193 Leute und mehrere Gruppen beteiligten. Das Logo von Karin Suppes aus Eschwege zeigt die Zahl 15 als Clownsgesicht. Für den Arbeitskreis Open Flair wurde so das Festival am besten dargestellt und hatte gleichzeitig einen großen Wiedererkennungswert. 

Das Programm selbst fand dann in sieben Zirkus- und Langzelten auf dem Werdchen statt, 400 Helfer sorgten vor und hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf. Zu den musikalischen Highlights gehörten Barclay James Harvest, Such A Surge, J.B.O., Liquido und Gianna Nannini. Die Auftritte von Echt und Freundeskreis gehörten zu den frenetisch gefeierten: Zur Band vom damals 16-jährigen Kim Frank stürmten Teenie-Mädchen der Bravo-Generation mit Pappschildern das Zelt und schrien sich die Kehle nach ihren Idolen aus dem Leib. Auch der Auftritt von Freundeskreis, die den Platz vor der Freibühne fast zum Platzen brachten, war sehr umjubelt. Das Stuttgarter Künstlerkollektiv um Max Herre und Joy Denalane veröffentlichte kurz nach dem Auftritt in Eschwege sein erfolgreichstes Album Esperanto und die Mitglieder wurden zu Superstars der Szene. Liquido hatten damals gerade ihren großen Hit „Narcotic“ veröffentlicht und konnten damit auch viele Besucher anziehen. 

Die älteren Semester freuten sich vor allem über den Auftritt von Barclay James Harvest am Sonntagabend, die mit „Hymn“ oder „Live is for Living“ geschickt die 70er-Jahre mit den 90ern verknüpften. Am Samstagabend zu später Stunde verwandelte die rund eineinhalbstündige Performance der Compagnie Jo Bithume das Werdchen in eine Traumwelt. Mit 18 Teilnehmern verwandelten die Künstler den Festplatz in eine riesige Theaterbühne und ließen die Besucher staunen. Bei den Kleinkünstlern konnten vor allem Oliver Kalkofe und Sissi Perlinger für wahre Begeisterungsstürme im Zelt sorgen, auf dem Platz begeisterte Stunt-Clown Ulik. Der Open-Flair-Gottesdienst wurde wegen Regen von der Waldbühne auf dem Leuchtberg schweren Herzens in die Marktkirche verlegt.  7000 bis 8000 Besucher pro Tag konnte der Arbeitskreis Open Flair vermelden, damit wurde die Mindesterwartung gerade erreicht, das Niveau der Zuschauerzahlen erreichte gleichermaßen das der Vorjahre. Als Grund für den schleppenden Vorverkauf nannte der Verein das schlechte Wetter und das Programm, mit dem besonders jüngere Besucher und Liebhaber der Kleinkunst angesprochen werden sollten. „Trotz des wachsenden Kommerzes ist das Open-Flair-Festival noch immer das Gute-Laune-Festival“, zitierte die Tageszeitung einen Besucher nach dem Festival.
Von Sonja Berg 

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